7 Mai, 2026

Gaijin Games sichert sich Übertragung der War Thunder Merchandising-Domain

UDRP Case

Wichtige Fakten zum Fall

  • Aktenzeichen: D2026-1262
  • Umstrittene Domain: wtstore.net
  • Urteil: Transfer Ordered

Gaijin Games Kft., der Entwickler und Publisher des beliebten Multiplayer-Spiels „War Thunder“, leitete erfolgreich ein UDRP-Verfahren gegen Matthew Mccloskey bezüglich der Registrierung von <wtstore.net> ein. Der Beschwerdeführer strebte die Übertragung der Adresse an und machte geltend, dass der Beschwerdegegner die weltweite Bekanntheit der Marke „War Thunder“ und deren gängige Abkürzung nutzte, um Spieler auf eine nicht autorisierte Verkaufsplattform umzuleiten.

Entscheidende Faktoren für die Übertragungsentscheidung

  1. Der Domainname enthält in prominenter Weise das Akronym „WT“, das von Millionen von Spielern und dem Beschwerdeführer selbst als primäre Kurzbezeichnung für das „War Thunder“-Franchise verwendet wird. Durch das Anhängen des beschreibenden Begriffs „store“ an diese Abkürzung schafft die Adresse eine eindeutige und irreführende Verbindung zum offiziellen digitalen Marktplatz des Spieleentwicklers.
  2. Es gab keine Beweise dafür, dass der Beschwerdegegner über eine Genehmigung, Lizenz oder legitime Geschäftsbeziehung zu Gaijin Games Kft. verfügte. Das Fehlen einer Marke oder einer früheren kommerziellen Identität im Zusammenhang mit dem Namen deutet darauf hin, dass die Registrierung gezielt aufgrund der Ähnlichkeit zum etablierten geistigen Eigentum des Beschwerdeführers gewählt wurde.
  3. Die unter <wtstore.net> gehostete Website wurde genutzt, um In-Game-Gegenstände und Währungen anzubieten, was beweist, dass der Beschwerdegegner sich der Marktpräsenz des Beschwerdeführers voll bewusst war. Diese Nutzung der Domain zum Hosten eines konkurrierenden oder parasitären Dienstes zeigt die Absicht, von der Reputation der ursprünglichen Marke zu profitieren.

Beweise für kommerzielle Irreführung

Die Website zielte explizit auf die „War Thunder“-Community ab, indem sie spielspezifische Terminologie und Bildsprache verwendete. Dieser Aufbau war darauf ausgelegt, Traffic von Nutzern abzufangen, die nach offiziellen Spielressourcen oder Merchandising suchten. Durch die Schaffung einer Plattform, die wie eine Erweiterung des Ökosystems des Spiels wirkte, nutzte der Beschwerdegegner das Vertrauen der Verbraucher aus, um unbefugte Transaktionen zu ermöglichen, was die Spieler potenziell Sicherheitsrisiken und finanziellen Verlusten aussetzen könnte.

Strategische Lektionen für Gaming- und E-Commerce-Marken

Dieser Fall verdeutlicht eine kritische Schwachstelle für Marken, die auf Akronymen oder Kurzbezeichnungen basieren. In der Gaming- und Tech-Branche beziehen sich Communities oft über ihre Initialen auf Produkte, und diese Abkürzungen können ebenso wertvoll werden wie der vollständige Markenname. Wenn ein Dritter eine Domain registriert, die das Akronym einer Marke mit einem kommerziellen Suffix kombiniert, stellt dies eine direkte Bedrohung für den Umsatz und die Markenintegrität des Unternehmens dar.
Für Unternehmen ist die wichtigste Erkenntnis die Notwendigkeit einer umfassenden Monitoring-Strategie, die gängige Variationen und von der Community geprägte Abkürzungen einschließt. Sich allein auf den Schutz des vollständigen Unternehmensnamens zu verlassen, reicht oft nicht aus, um die Entstehung unbefugter Verkaufsstellen zu verhindern, welche die „Kurzschrift“-Bekanntheit einer Marke ausnutzen.
Wenn Ihr geistiges Eigentum von unbefugten Einzelhandels-Websites ausgenutzt wird, kann das ClaimOn-Team Sie dabei unterstützen, einen soliden Durchsetzungsfall aufzubauen, um Ihre Domains zurückzufordern und die digitalen Grenzen Ihrer Marke zu sichern.

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